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Chronik MGV

Aus der Chronik des Vereins

Männergesangverein „Waldruh“ Waldesch 1920 e.V.

1000 Jahre Waldesch und fast 100 Jahre Männergesangverein sind Grund zur Freude. Sie findet ihren Ausdruck in den Jubiläumsfeierlichkeiten der Gemeinde 2019 und in dem geplanten Fest des MGV im Jahr 2020. Beide Ereignisse sind aber auch ein Anlass, sich der Vereinsgeschichte zu erinnern, die gegenwärtige Situation zu bedenken und die Zukunft zu planen.

Am 10. November 1920, wurde der MGV Waldruh Waldesch gegründet. Es war die Zeit kurz nach dem ersten Weltkrieg. Viele junge Männer und Familienväter mussten in den Krieg und nicht alle sind wieder heimgekommen. Die Heimgekehrten waren enttäuscht von den hohlen Versprechungen der Volksführer. Sie trauerten über den Tod ihrer Kameraden und Freunde. Über allem stand die bohrende Frage, wofür und für wen? Aus diesem Gefühl der Enttäuschung und Leere besann man sich die Werte der Dorfgemeinschaft, der Gemeinschaft, die trägt und nicht fallen lässt.

So wurde aus Zusammenkünften und Gesprächen junger Burschen, die sich öfters in der Gastwirtschaft Cron trafen, die Idee geboren, sich in einem Gesangverein zusammenzu­schließen. In Freud und Leid zum Lied bereit, sollte der Wahlspruch für den Verein werden. Hier klingt noch die bittere Erfahrung des Krieges nach; aber auch die Perspektive für die Zukunft wird deutlich. Über die Gründungsversammlung und spätere Versammlungen bis hin zum Jahre 1924 wurden keine schriftlichen Aufzeichnungen gemacht. Die eigentliche Gründungsgeschichte geht auf die mündliche Überlieferung des Jakob Siebenborn zurück (niedergeschrieben im Jahre 1959).

Er erzählte: Der Schulbäcker Cron hatte neben der Kirche eine neue Gastwirtschaft eröffnet. Schon bald trafen sich hier am Sonntag nach der Kirche und auch an Wochentagen die jungen Burschen und auch ältere Männer. Die Älteren erzählten von Ihren Erlebnissen, von der Dorfgeschichte und andere Geschichten. Die Jüngeren dachten mehr an die Zukunft und schmiedeten Zukunftspläne. Der Schulbäcker Cron konnte zu allem etwas beitragen. Mit den Alten sprach er über die jüngste Vergangenheit des Krieges und die Politik der Gegenwart. Den Jüngeren konnte er Geschichten erzählen und Mut machen für die Zukunft. Etwas Besonderes konnte er auch noch, das alle zusammenbrachte: er konnte auf der Zither spielen und singen. Das tat er und begeisterte damit alle zum Mitsingen. In diesen fröhlichen Stunden wurde die Idee geboren, das einfache Singen zum Gesang zu kultivieren und die freie Runde in einem Gesangverein zu organisieren. Die Idee wurde ins Dorf getragen und besprochen. Viele Bürger fanden die Idee sehr gut und versprachen mitzumachen oder den zukünftigen Verein zu unterstützen. So wurde im August 1920 eine Versammlung in das Gasthaus Cron einberufen. Zu dieser Versammlung hatte man den im Vereinsleben kundigen Peter Hörter eingeladen. Es wurden die Detailfragen der Vereinsgründung, Statuten und auch Finanzfragen besprochen. Nach mehreren Diskussionsabenden wurde von folgenden 25 Männern der MGV Waldruh gegründet:
Hörter Peter, Dott Johann, Hammes Johann, Maurer Peter I, Roos Johann, Breidbach Johann, Geis Matthias, Cron Peter, Cron Wilhelm, Hammes Martin, Schneider Jakob, Siebenborn Jakob, Necknig Nikolaus, Necknig Anton, Maurer Franz, Seifert Johann, Schneider Peter, Schauren Johann, Könen Josef, Maurer Peter II, Necknig Josef, Maurer Philipp, Roos Anton, Link Nikolaus.

In einer folgenden Versammlung wurde der erste Vereinsvorstand gewählt. Ihm gehörten an:

1. Vorsitzender - Peter Hörter
1. Schriftführer -
Peter Maurer I
2. Schriftführer -
Johann Roos
1. Kassierer -
Johann Dott 2. Kassierer - Johann Hammes

Die erste schriftliche Vereinssatzung (Statuten) ist vom 2. März 1924.

Darin heißt es: Zweck des Vereins ist:
1. Pflege des vierstimmigen Gesanges
2. Pflege der Geselligkeit durch Veranstaltung geeigneter Festlichkeiten

Mitglied des Vereins kann derjenige werden, der einen unbescholtenen und ehrenhaften Lebenswandel, und das 18. Lebensjahr vollendet hat. Die Aufnahme geschieht durch Abstimmung und es entscheidet Stimmenmehrheit.
Der Verein teilt sich in 2 Gruppen:

  1. Aktive oder singende Abteilung

  2. Inaktive oder nicht singende Abteilung genannt.

Der ersten Gruppe kann nur derjenige beitreten, der stimmbegabt ist, und sich vorher durch den Dirigenten einer Prüfung unterzogen hat.
Zur zweiten Gruppe gehört derjenige, dessen Stimme vom Dirigenten für unbrauchbar befunden wird oder durch gewisse Gründe die Singstunden nicht besuchen kann.
Die weiteren Paragraphen regeln das Verhalten bei den Proben, Aufgabe der Generalversammlung, Wahl des Vorstandes, Ernennung von Ehrenmitgliedern, Bußgelder bei Fehlverhalten.
Deutlich werden die Tugenden der damaligen Zeit festgeschrieben: Disziplin, Pünktlichkeit, Gehorsam, ehrenhafter Lebenswandel.
Ein Beispiel für das Reglement in damaliger Zeit: Wenn ein Mitglied während den Vereinsfestlichkeiten betrunken ist, so wird es sofort (unterstrichen) aus dem Verein ausgeschlossen.
Für diejenigen, die im Krieg waren, waren diese Pflichten leicht zu erfüllen. Auch für die anderen waren diese Pflichten eine Selbstverständlichkeit: es war der Geist der damaligen Zeit.
Nachdem ein Vorstand gewählt war, und die Statuten festgelegt waren, konnte man an die eigentliche Arbeit gehen, nämlich Gesangproben halten.
Dabei gab es schon das erste Problem. Ein auswärtiger Chorleiter war für den jungen Verein zu kostspielig. Man einigte sich darauf, mit dieser Aufgabe den ortsansässigen Organisten Wilhelm Laux zu betrauen. Nach Rücksprache erklärte sich Herr Laux bereit, den gesanglichen Aufbau des Vereins zu übernehmen. Geprobt wurde damals wöchentlich zweimal im Vereinslokal Cron. Um die finanzielle Schwierigkeit für den Verein zu mildern und an Notenmaterial zu kommen, beschloss man, jedem Mitglied ein Ständchen zum Namenstag zu singen. Dafür musste das betreffende Mitglied ein Chorwerk stiften und zum Umtrunk eine Flasche Schnaps spendieren. In der Folgezeit wurde fleißig geprobt und der Gesang machte Sängern und Zuhörern Freude.


1925 fand das 1. Sängerfest mit Fahnenweihe statt.

Foto 1

1934 trat der MGV „Waldruh“ dem Deutschen Sängerbund bei. Neben der Pflege des Gesangs hatte sich der Verein in der Zielsetzung die Pflege der Geselligkeit vorgenommen. Wie die Chronik berichtet, gehörte zum Vereinsvorstand auch immer eine Theaterkommission. Wie die Chronik weiter berichtet, wurde jedes Jahr ein Theaterstück aufgeführt, das großen Anklang fand. Manche Stücke mussten sogar öfter wiederholt werden.
Auf Beschluss des Vorstandes vom 20. Februar 1940 ruhte der Verein, weil ein Großteil der Sänger im Krieg war. So wie im ersten Weltkrieg, kehrten viele nicht mehr in die Heimat zurück.

Folgende Sänger sind im Krieg gefallen oder sind an den Kriegsleiden (KL) verstorben:

- Roos Josef - Maurer Peter (KL)
- Klein Franz - Hammes Peter (KL)
- Klein Bruno - Hammes Johann
- Etzkorn Alfred - Breidbach Josef
- Hammes Anton - Christ Jakob
- Jannsen Johann - Link Wilhelm
- Rosenbach Johann - Schneider Edmund
- Schmalz Franz

Nach dem Kriege war man in der gleichen Situation, wie in den Gründerjahren. Wie damals begann man mit dem Leitgedanken ‚In Freud und Leid zum Lied bereit‘ den Wiederaufbau des Vereins. Am 16. November 1948 traf man sich zur ersten Gesangprobe unter Leitung von Lehrer Goerges. Wenige Jahre später übernahm Herr Gilberg die Chorleitung bis zum Jahre 1957. Wie in den ersten Jahren des Bestehens, so ist der MGV auch jetzt aktiv in das Gemeindeleben eingebunden. Bei vielen Sängerfesten und Freundschaftssingen in der näheren Umgebung reiht sich der Chor ein in die große Schar der Sänger.

Mitteilenswert aus der Chronik ist eine Zeitungsnotiz vom 17. Februar 1968. Dort wird Wilhelm Pohle mit 98 Jahren als ältester aktiver Sänger der Bundesrepublik vorgestellt. Opa Pohle, wie er liebevoll genannt wurde, blieb bis zu seinem Tode am 19. Oktober 1969 aktiv dem MGV „Waldruh“ verbunden.

Eine „Hochzeit“ erlebte der MGV in den siebziger Jahren, als der Chor bis zu 50 Sänger zählte, davon viele Jugendliche und junge Männer.

Foto 2

Ein großes Konzert veranstaltete der MGV mit der Folkloregruppe „Ad libitum“ aus Ochtendung am 23.11.1986, dessen Reinerlös der Kinderkrebsstation der Universität Mainz zur Verfügung gestellt wurde.

Dem 2. Zweck des MGV folgend veranstaltete der MGV jährlich ein Waldfest im Koblenzer Stadtwald, Seit 1983 wurde dieses Fest als Sommerfest im Dorf veranstaltet. In den siebziger Jahren führte der MGV in der Vorweihnachtszeit das jährliche Preisschießen durch. 1978 fand der erste Wandertag mit Grillfest statt. Der Familienabend des MGV war bis Mitte der achtziger Jahre die Fastnachtsveranstaltung in Waldesch.Insgesamt sechsmal mal organisierte der MGV das Rosenfest der Gemeinde, darunter auch das Fest zum 25jährigen Jubiläum im Jahr 2002. Bis 2004 verfügte der MGV über eine eigene Theatergruppe, die den jährlichen Familienabend bereicherte.

Der Verein hat in seinen fast 100 Jahren Höhen und Tiefen erlebt. Einige Male, so berichtet die Chronik, drohte als Alternative bei der Jahreshauptversammlung die Auflösung des Vereins. Aber immer haben sich Männer gefunden, welche die Gründeridee weitertrugen und mit Leben füllten.

(Foto 3

Auch die jetzige Situation des MGV ist nicht ohne Probleme. Das Durchschnittsalter liegt bei 74,4 Jahren. Der jüngste Sänger ist 48 Jahre und der älteste 90 Jahre alt. Zuweilen könnte man sich fragen: „Hat die Gründeridee noch tragende Kraft für die Menschen unserer Zeit?“ Unsere Antwort darauf lautet: “Ja, wenn alle mitmachen und wir durch unser Handeln unsere Altvorderen ehren, dann lässt sich auch der Inhalt der Gründeridee weiterhin mit Leben füllen!“

Im Jahr 2018 hatte der Männergesangverein 24 Sänger und 51 inaktive fördernde Mitglieder.

Im Vorstand waren 2018 - teilweise schon lange Jahre - tätig:
1. Vorsitzender Artur Cron
2. Vorsitzender Werner Necknig
1. Schriftführer Gernot Loeffler
2. Schriftführer Ernst-Volker Süß
1. Kassierer Thomas Lohaus
2. Kassierer Ramon Krakow
Vertreter Inaktive Rudolf Lagershausen
(Er löste Sepp Karbaum ab, der nach 29 Jahren
aus dem Vorstand ausschied)

Sänger nach Stimmen:


1. Tenor

Artur Cron, Ramon Krakow, Hans-Georg Porz, Hans-Josef Proff

2.Tenor

Erhard Feuerpeil, Wolfgang Hausener, Ludwig Kaster, Heinrich Mallmann, Werner Necknig, Oskar Philippsen

1.Bass

Karl Bollinger, Erich Flöck, Rudolf Lagershausen,Ernst Mathy, Ewald Rinker E.-Volker Süß, Wilfried Zwanzig

2.Bass

Friedolin Bersch, Herbert Hartmann,Wolfgang Husak, Gernot Loeffler, Thomas Lohaus, Lothar Oppenhäuser, Robert Schmitz


Wegen besonderer Verdienste um den Verein wurden 2018

Oskar Philippsen, Johann, Rosenbach

Sepp Karbaum Hans-Josef Proff

Fridolin Bersch Hans-Georg Portz und

Rudolf Lagershausen

 

als Ehrenmitgliedern geführt.

Das aktuelle Gesangsrepertoire des MGV reicht heute von mittelalterlichen Liedern über die klassischen deutschen Volksweisen und Balladen bis zu modernen Songs aus Spirituals, Gospels und beschwingten, rhythmisch-jazzigen Beiträgen. Das Ganze natürlich maßgeblich beeinflusst und umgesetzt durch unseren langjährigen Dirigenten, Herrn Helmut Wißing.

Gleichermaßen ausgestattet mit großer musikalischer Professionalität, einem guten „Händchen“ für alle Stimmen und Sänger (und „leider“ auch versehen mit einem untrüglichen, scharfen Gehör für unsere vereinzelten „Intonationsschwächen“ in der Probe) – sowie nicht zuletzt ausgestattet mit großer Beharrlichkeit und bewundernswerter Geduld beim Ausmerzen eben dieser „Schwächen“, wird uns Helmut Wißing hoffentlich noch viele Jahre als Chorleiter erfolgreich führen und musikalisch prägen können.

Ohne Zweifel ist der MGV Waldruh Waldesch auch heute noch ein fester Bestandteil des kulturellen Dorflebens, -

  • mit seinem jährlichen Wandertag mit Grillfest an Christi Himmelfahrt,

  • mit der musikalischen Untermalung des Pfingstgottesdienstes an Pfingstmontag und Mitgestaltung des Kirmesfrühschoppens,

  • mit dem Mitwirken bei der Gefallenenehrung am Volkstrauertag sowie

  • dem jährlichen Vereinsausflug, der - neben den Sängern und ihren Ehefrauen - von vielen inaktiven Mitgliedern des Vereins und auch von Waldeschern außerhalb des MGV mit großer Spannung und Vorfreude erwartet und früh „gebucht“ wird.

Zum Schluss möge auch weiterhin der Sinnspruch gelten:

Wer An (uns’re) Lieder Denkt, Erkennt SCHnell: mit Musik Geht Vieles besser!

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